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Jurtenkreuz mit HMS spannen
Wer kennt nicht das Problem beim Jurtenaufbau: Während man großer Anstrengung das Jurtenkreuz oder die Spinne an Ein- oder Dreibein hinaufzieht und versucht, diese auf einer akzeptablen Höhe zu halten, knotet ein anderer das Seil unter Zeitdruck (schließlich ächzen die Mitaufbauer bereits unter der Last) an der Stange fest. Dabei finden dann meist der Mastwurf-Knoten in vielfacher Ausführung und der sogenannte Schweinerücken Anwendung, bis man der Sache endlich traut, und kein Nachrutschen mehr befürchtet. Die Nachteile liegen auf der Hand:
- Das Knoten muss unter Zeitdruck erfolgen
- Da unter Zug geknotet werden muss, liegt das Seil meist nicht ganz an der Zeltstange an: Daher rutscht es nach, sobald die "Halter" es loslassen
- Ein Nachspannen ist kaum oder gar nicht möglich


Statt eines großen und unhandlichen Knotens ist also ein möglichst kleiner Knoten wünschenswert, der nach Möglichkeit nur wenig Last halten muss. Ähnliche Problemstellungen kennt man auch im Klettersport, so dass sich hier prima Lösungen übernehmen lassen: Der HMS-Knoten (Halbmastwurf-Sicherung) leistet genau das gewünschte.
Diese Knoten gestattet es, eine große Last an einem Seilende durch eine geringe Kraft am anderen Ende zu halten. Als Hilfsmittel benötigt der experimentierfreudige Jurtenbauer lediglich einen HMS-Karabiner mit Schraubverschluss (unter Umständen tut es auch ein normaler). Der Karabiner wird einfach mit Hilfe eines Seils am unteren Ende der Zeltstange (Ein- oder Dreibein) befestigt - Zur Befestigung reicht ein Mastwurf (zur Sicherheit vielleicht doch zwei), die Seilschlinge, in die der Karabiner schließlich eingeklinkt wird, kann einfach mittels Achterknoten (kann man von der Weltbundlilie abgucken) geschlossen werden.
Damit baumelt unser HMS-Karabiner nun fröhlich an der Stange, und mit einem beherzten Zug am Haken kann man schoneinmal überprüfen, ob der Knoten hält, was er verspricht. Nun beginnt der knifflige Teil: Wenn ihr einen Kletterer im Stamm habt, ist jetzt der Moment, ihn zu rufen: Er kennt die nun folgenden Handgriffe vermutlich im Schlaf. Solltet ihr keine Gipfelstürmer in eurer Reichweite haben, so müsst ihr den Knoten wohl oder übel üben. Eine schöne Anleitung findet man z.B. im WikiBook "Klettern".
Habt ihr alles richtig gemacht, so sollte der Knoten "umspringen", je nachdem, welches Seilende belastet wird. Um euer Dach nun hochzuziehen, zieht ihr das Seil wie gewohnt über die Umlenkrolle nach unten, und führt es über den HMS-Karabiner wieder hoch. Am besten funktioniert das ganze mit zwei Personen: Während der eine das Dach hochzieht und das Seil in Richtung des Karabinerhakenss schiebt, zieht der andere am freien Seilende und spannt den Knoten so. Der Vorteil der Halbmastwurfsicherung liegt nun darin, dass diese Person das Dach problemlos alleine halten kann, da der Knoten genug Reibung entwickelt. Sobald das Dach die gewünschte Höhe erreicht hat, kann das Bremsseil (Kletterer unterscheiden Brems- und Lastseil) mit einem Mastwurf am Ein- oder Dreibein gesichert werden. Da der Knoten nur die reine Handkraft aushalten muss, reicht in der Regel wirklich ein einziger Knoten, der sich zudem problemlos verschieben lässt: So ist ein einfaches Nachspannen möglich.
Farbige Markierung für Jurtenplanen
Es wird wieder Material gepackt, und man wird in den Keller geschickt, "mal schnell eine Seitenplane zu holen". Natürlich hat sich die mit gute Intention und mühseliger Arbeit geschaffene Ordnung nach dem letzten Lager ("Einfach reinpacken, das sortieren wir später") wieder in Luft aufgelöst, und so steht man nun vor einem Berg schwarzer uniformer Planen. Um jetzt nicht jede Plane einzeln durchzugehen und auszubreiten, um festzustellen, ob es sich um eine Doppelseitenplane, eine Dach- oder Ovaljurtenmittelplane (ihr wisst schon, was ich meine) handelt, kann man einfach kleine Ringe aus farbiger Reepschnur (oder anderer Kunstfaser) an einer Öse anbringen.
Je nach Art der Plane wählt man einfach eine andere Farbe: So sind unsere Dachplanen mit einem weißen Ring versehen und Seitenplanen mit einer roten Schnur.
Das Seil gibt es in zahlreichen Farben im Baumarkt für etwa 0,40¤ pro Meter - pro Plane muss man etwa 20 Zentimeter einplanen. Da ein Kreuzknoten (Das ist der von der Weltbundlilie) auf dem glatten Material kaum hält, empfehle ich den einfachen Spierenstich zum Verbinden der beiden Seilenden - natürlich kann man sie auch mit einem Feuerzeug verschmelzen.
Ein weiter Vorteil: Wenn man die Planen im Regal so stapelt, dass die farbigen Ringe herausschauen, kann man sehr einfach zählen, wieviele Planen gerade vorrätig sind.



